Wissenschaft verständlich kommunizieren – Praxisbeispiel Biologieunterricht

Shownotes

Mithilfe der Wissenschaft versuchen Menschen, die Welt um sich herum besser zu verstehen. Damit sichtbar wird, wie wertvoll diese Arbeit für die Gesellschaft ist, müssen wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich kommuniziert und erklärt werden – und zwar passgenau für alle Altersgruppen. Wie das auch im Biologieunterricht für Schülerinnen und Schüler oder mit Lehramtsstudierenden anschaulich funktionieren kann, darum geht es in dieser Folge mit Professor Daniel Dreesmann.

Musik: • Clean Logo von Sugar Beats (premiumbeat.com) • Glitter Box von The Jangle Book (premiumbeat.com) • Glide - Modern Electric Logo von MVM Productions (premiumbeat.com)

Moderator: Lawrence Meinig

Mehr zum Thema unter folgenden Links: Forschungsprofil der Johannes Gutenberg-Universität Mainz [Professor Daniel Dreesmann] (https://www.biologiedidaktik.uni-mainz.de/daniel-c-dreesmann/)) Forschungspodcast

Transkript anzeigen

00:00:05: Mit Hilfe der Wissenschaft wollen Menschen die Welt um sie herum besser verstehen.

00:00:10: Um anderen zu zeigen, wie wertvoll diese Arbeit für alle sein kann, muss die Wissenschaft ihre Erkenntnisse kommunizieren und erklären können.

00:00:18: Und das für alle Altersklassen.

00:00:21: Weil das häufig gar nicht so leicht ist, spreche ich in dieser Folge mit meinem Gast über effektive Wissensvermittlungen in der Biologie.

00:00:35: Ein Forschungs-Podcast der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

00:00:42: Herzlich willkommen zum Forschungs-Podcast der JGU.

00:00:46: Mein Name ist Lawrence Meinig und ich freue mich sehr, Sie durch das Format zu führen.

00:00:50: In dieser Podcastreihe öffne ich Ihnen das Tor zur Welt der Wissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

00:00:56: Ich nehme Sie mit auf eine Erdeckungsreise zu den unterschiedlichsten Disziplinen und deren wissenschaftlichen Themen und Fragestellungen.

00:01:03: Gemeinsam lernen wir die Forschenden der Universität kennen.

00:01:06: Wie arbeiten Sie und welche Erkenntnisse gewinnen Sie?

00:01:10: In dieser Folge spreche ich mit Professor Daniel Dresmann.

00:01:13: Er ist Professor für die Didaktik der Biologie an der JGU und hat sich auf Wissenschaftskommunikation, Unterrichtsforschung und Citizen Science spezialisiert.

00:01:23: Außerdem ist er Herausgeber des Online-Journals BU-Praktisch für den Biologieunterricht.

00:01:28: Neben seiner Arbeit als Forscher hat er einige Jahre auch eine andere Profession verfolgt, die mich hat aufmerken lassen.

00:01:36: Ich habe mich schon wirklich sehr auf unser Gespräch gefreut, denn Sie haben in der Vergangenheit genau den Job gemacht, den ich heute hauptberuflich verfolge.

00:01:44: Sie waren früher nämlich auch Wissenschaftsjournalist.

00:01:47: Und heute geht es in Ihrer Arbeit vor allem um die Vermittlung von Wissen und vor allem natürlich um Wissenschaft, aber eben im Biologieunterricht.

00:01:54: Was fasziniert Sie denn so an der Wissenschaftsvermittlung?

00:01:58: Wissenschaftsvermittlung fasziniert mich deshalb, weil einfach so viele Fragen aus der Welt der Wissenschaften Menschen näher gebracht werden können.

00:02:06: Es ist natürlich kein Geheimnis, dass gerade in den Naturwissenschaften, in den Bio-Wissenschaften, in den letzten Jahren, Jahrzehnten so viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse gemacht wurden, von denen einfach viele an der Öffentlichkeit vorbei erforscht wurden.

00:02:22: Und ich finde, es ist eine Aufgabe von Wissenschaftskommunikatoren, Kommunikatoren dann auch die Öffentlichkeit über solche Dinge zu informieren.

00:02:29: Und das müssen nicht immer nur tagaktuelle Aspekte sein, sondern es können auch einmal Fragestellungen aus einem Forschungsgebiet, das vielleicht sehr weit weg vom Alltag der Menschen ist, aber trotzdem irgendwie spannend ist.

00:02:41: Und es gibt ja immer wieder auch Themen, ein Beispiel ist, es haben immer Menschen sich Gedanken gemacht, wie verändert, dass sich verändernde Wetter am Ende die Biodiversität, das war vor fünfzig Jahren vielleicht weniger interessant heute, sprechen alle von Klimawandel, Klimawandel folgen, da ist auf einmal es im Fokus und dann kann man eben wissenschaftliche Forschungsergebnisse auch mehr in die Öffentlichkeit rücken.

00:03:05: Und auch die Menschen, die eben an diesen Projekten forschen, das zum Teil Jahre, Jahrzehnte tun mit wahnsinnig viel Einsatz und Engagement.

00:03:14: Sie haben ja auch Erfahrungen sowohl mit Kindern als auch mit Erwachsenen in dieser Vermittlung von Wissen.

00:03:21: Aber mit welcher der beiden Gruppen arbeiten Sie lieber?

00:03:23: Eigentlich kann man das gar nicht so sagen.

00:03:25: Wenn wir jetzt Kinder im Kontext von Schule betrachten, da ist natürlich in der Regel die Situation, dass Schülerinnen und Schüler in einer bestimmten Jahrgangsstufe, in einer Klassenstufe sind, wo eigentlich relativ gut vorgegeben ist durch Lehrpläne, welche Inhalte sollen den Schülerinnen und Schülern jetzt in unserem Fall im Biologieunterricht näher gebracht werden.

00:03:46: Da kann man das sehr gut planen, weil man einfach davon ausgeht, dass so das Vorwissen bei den Schülerinnen und Schülern ähnlich ist, dass vielleicht die Interessen etwas mehr auseinandergehen, aber am Ende Wenn man in die Schule geht, hat man eben Biologieunterricht und dann ist es die Aufgabe von Lehrkräften, das möglichst interessant zu gestalten.

00:04:06: Wenn man sich jetzt an Erwachsene wenden möchte, da kann zum Teil natürlich die Zielgruppe, an die man sich wendet, viel heterogener sein, was die Vorkenntnisse, was die Erwartungen der Dinge, die man ihnen präsentiert, anbelangt.

00:04:20: Und insofern ist es eigentlich für beide Zielgruppen spannend zu arbeiten.

00:04:24: Die Universität Mainz hat ja auch so ein Programm studieren.

00:04:28: Fünfzig Plus, wo Menschen, die vielleicht auch schon im Ruhestand sind, an der Universität Kurse belegen können, Vorlesungen an Exkursionen teilnehmen.

00:04:36: Das finde ich zum Beispiel eine wahnsinnig spannende Gruppe, weil die sind sehr, sehr, sehr interessiert an einem bestimmten Thema, haben manchmal wahnsinnig viel Vorwissen, haben sich eingelesen und konfrontieren einen dann mit Fragen, wo man manchmal auch sagen muss, oh, das ist wirklich eine interessante Frage.

00:04:52: Da habe ich noch nie darüber nachgedacht oder da weiß ich gar nicht viel darüber Bescheid, da müsste ich selber mal mal recherchieren.

00:04:58: Also insofern, das macht eigentlich, finde ich, so die Biologie didaktik dann als Disziplin auch aus.

00:05:03: Man hat sehr vielfältige Themen und sehr vielfältige Zielgruppen und man hat natürlich dann auch ein sehr, sehr vielfältiges Repertoire an Methoden, die man anwenden kann, um Informationen zu vermitteln.

00:05:17: Sehr schöne Beispiele haben die da jetzt genannt.

00:05:20: Sie haben jetzt auch beschrieben, wie unterschiedlich die verschiedenen Gruppen sind und wie unterschiedlich man die ansprechen muss.

00:05:25: Aber was haben, um jetzt bei dem Thema Erwachsene und Kinder zu bleiben, was haben die beiden Gruppen denn vielleicht auch gemeinsam beim Unterrichten?

00:05:33: Ein natürliches Interesse, sage ich mal, an biologischen Fragestellungen, Phänomen, dass einfach dann vielleicht sich in unterschiedlichen Fragen bemerkbar macht.

00:05:44: Je jünger Kinder sind, desto weit unmittelbarer stellen sie eine Frage, warum ist das so?

00:05:49: Wie heißt dieses Tier, warum passiert dies und jenes?

00:05:52: Erwachsene reflektieren vielleicht auch ihre Lebenserfahrungen.

00:05:56: Wenn Sie solche Fragen stellen, dann sind die Fragen vielleicht differenzierter, aber am Ende können Sie jedes Thema für jede Zielgruppe so aufbereiten, dass am Ende diejenigen dann sagen, oh, ich habe was gelernt, ich habe was mitgenommen, ich habe Anregungen erhalten.

00:06:09: Ich möchte vielleicht das, was ich heute erfahren habe, auch an dritte Personen weitergeben.

00:06:15: Ich finde nach meiner Erfahrung ein schönes Beispiel für Wissensvermittlungen im Fernsehen, zum Beispiel ist ja auch die Sendung mit der Maus.

00:06:22: Die kann man sich auch als Erwachsener anschauen, auch wenn man eigentlich schon lange aus dem Alter raus ist, würden sie sagen, diese, diese... Es fällt mir schwer, das so auszudrücken, aber diese angenehme Art der Unterhaltung, die jetzt auch nicht so kindlich ist, sondern einfach simpel und klargehalten ist, ist das vielleicht auch so was Globales, was jedem ansprechen kann?

00:06:45: Also viele, diese Sachgeschichten, die werden ja oftmals noch einem so anbestimmten Konzept... Es gibt eine Fragestellung und zu dieser Fragestellung werden dann entweder Menschen befragt, die eben Antworten geben können oder was ja auch sehr beliebt ist, wenn so nach und nach sich die einzelnen Komponenten für ein Gerät gezeigt werden und das wird zusammengebaut oder es wird ein Experiment durchgeführt.

00:07:08: Ich mag das Format sehr, weil da steckt natürlich auch viel didaktisches Denken drin, obwohl vielleicht diejenigen, die das tun, in das gar nicht so bewusst ist.

00:07:18: Dieses Zerlegen eines komplexen Phänoments in einzelne Komponenten, das soll aber ausgedrückt runterbrechen auf eine bestimmte Zielgruppe und dann wiederum so zusammenzubauen, dass es irgendwie auch verständlich und unterhaltsam ist.

00:07:35: Das ist natürlich etwas, was gerade solche Formate, Wissen macht A, wer dann jetzt ein anderes, was vielleicht ein ältere.

00:07:42: Kinder sich wendet, Corks und Co.

00:07:43: Es gibt ja sehr, sehr viele Formate, die gerade eigentlich diese Sendung mit der Mausformat für ältere Fort führen.

00:07:51: Und das finde ich, ich finde es ein gutes Format.

00:07:53: Und manchmal würde ich sagen, so aus der eigenen, man hat mit den Kindern diese Sendung mit der Maus geschaut.

00:08:01: Als Erwachsener vielleicht mehr mitgenommen in dem Moment als die Kinder, die warten dann auf die nächste Animation, auf das nächste Lied, auf das nächste Kindliche und die Eltern sitzen da und sagen, jetzt habe ich ehrlich mal verstanden, wie ein ein Fünf-G-Netz funktioniert oder wie eine Waschmaschine es schafft sozusagen zu schleuden.

00:08:19: Ich habe tatsächlich früher als Sportlehrer gearbeitet, bevor ich studiert habe, das ist auch eine Ausbildung und ich spüre das jetzt heute in meinem Beruf eigentlich immer noch, dass ich immer noch so versuche.

00:08:30: didaktisch nacheinander, wie Sie das auch gesagt haben, Sachen zu erklären, wenn ich jetzt eben hier meine Wissenschaftsberichterstattung mache.

00:08:39: Und ich glaube, da haben Sie völlig recht, dass das vielen wahrscheinlich gar nicht bewusst ist im Journalismus, wie viel Lehreranteil da eigentlich drinstecken kann.

00:08:46: Und das ist eine Sache, die mir sehr gefällt auch, muss ich sagen.

00:08:49: Ich mache das immer noch gerne.

00:08:51: Das stimmt.

00:08:51: Also ich denke auch zwischen, sagen wir mal, gut gemachtem Journalismus und... gut geplanten Unterricht, gibt es viele, viele Übereinstimmungen und Schnittmengen.

00:09:02: Ein Artikel wird nur gelesen, ein Podcast wird nur gehört, wenn man nach zehn Sekunden oder, weil sie sind es auch nur drei Sekunden, Aufmerksamkeit für dieses Produkt, für diesen Audiobeitrag bekommt.

00:09:14: Und das ist letzten Endes diese Aufmerksamkeitsspanne.

00:09:17: ist auch für Unterricht.

00:09:18: letztlich kurz für den Einstieg.

00:09:20: Niemand geht ja heute mehr hin und nimmt die Kreide und schreibt dann die Tafelthema der Stunde Doppelpunkt, zweimal unterstrichen, die Amsel.

00:09:27: Und dann wird irgendwie da das sozusagen durch in einem Lehrervortrag referiert.

00:09:32: Heute möchte man ja auch durch eine spannende Fragestellung entsprechend die Schülerinnen und Schüler dann dazu bewegen, selber Fragen zu stellen, Hypothesen zu formulieren, in ein Forschungsprozess einzutreten.

00:09:45: Da gibt es sehr viele Überschneidungen, auch vom Handwerklichen, finde ich schon.

00:09:50: Wenn wir jetzt weitergehen zum tatsächlichen Schulunterricht, wenn Geld keine Rolle spielen würde, wie würden Sie sich den idealen Biologieunterricht vorstellen?

00:10:00: Naja, es ist vielleicht am Ende auch gar nicht so die Frage des Geldes.

00:10:05: Okay, man könnte sagen, je kleiner die Lerngruppen sind, desto besser kann man vielleicht gerade praktisch auch arbeiten, wenn Geld keine Rolle spielt.

00:10:15: Man anders die Dinge vorbereiten kann.

00:10:17: Man kann als Lehrperson mehr mit den Schülerinnen und Schülern dann auch interagieren, ihnen Feedback geben.

00:10:24: Das wäre natürlich toll.

00:10:26: Aber ich glaube, ob ich jetzt drei tolle Mikroskope mehr oder weniger im schulischen Kontext für den Biologieunterricht zur Verfügung habe, das ist, glaube ich, zweitrangig.

00:10:35: Letztlich planen Lehrkräfte natürlich optimal mit den vorhandenen Ressourcen, die sie haben.

00:10:41: Und das gelingt vielen auch, finde ich, sehr gut.

00:10:44: Wir haben ja gleich noch ein paar Beispiele, wie effektiver und guter Unterricht aussehen kann.

00:10:50: Eines ihrer Lehrprojekte an der JGU heißt E-Zweikampus.

00:10:55: Teile davon habe ich schon auf unserem Campus gesehen, aber was hat es denn damit auf sich?

00:11:01: E-Zweikampus ist die Abkürzung von interaktiver Insektencampus.

00:11:06: Viele Menschen sagen es hat sich in den letzten Jahren viel getan auf unserem Campus.

00:11:11: Das Gärtnerinnen und Gärtnerteam, was sich außerhalb des botanischen Gartens für die gesamten Campusflächen befasst, für die zuständig ist.

00:11:21: Da hat ein Umdenken stattgefunden, auch weil sehr engagierte, neue Menschen dort ihre Arbeit aufgenommen haben.

00:11:27: Und da war eben die Idee, diese Umgestaltung, also mehr Wildfuchs, nicht alles nur runter mähen, so klassische Grünflächen.

00:11:36: Und da war eben die Idee in so einem Mix aus Informationstafeln, kleinen Stationen.

00:11:42: Aber auch digitalen, angeboten Menschen, die auf dem Campus unterwegs sind, Studierende.

00:11:47: Ein schönes Beispiel ist, auf der halben Strecke, auf dem Campus gegenüber der Muschel ist so ein Lkw-Plan-Banner, das sich mit dem Leben in der Brombeerhecke.

00:11:58: befasst, weil dort auch so ein bisschen eine Ruderalfläche ist, soll irgendwas gebaut werden.

00:12:03: Jetzt das Brombergestrüpp hat sich da so ein bisschen die Natur zurückerobert und da war es dann eine Idee einfach zu informieren.

00:12:10: Man kann sich auf dieser Plane Informationen durchlesen.

00:12:13: Man kann über einen QR-Code sich mit weiteren Dingen noch befassen, wenn man dazu Zeit und Lust hat.

00:12:20: Neben ihrer Arbeit als Professor sind es ja auch herausgebe eines Journals für Biologie Unterricht, nämlich B.U.

00:12:27: praktisch.

00:12:28: Und das soll ein Forum sein für praxistaugliche Lehrmaterialien im Biologieunterricht.

00:12:33: Und

00:12:34: ich habe mich da mal ein bisschen durchgeklickt und diese Materialien, die da angeboten werden, auch ganz frei.

00:12:39: Die kannte ich ja auch mehr anschauen.

00:12:41: Die habe ich mir angeschaut und da gab es zum Beispiel Material für den Entwurf eines Schulzos, den Schülerinnen und Schüler selbst einrichten oder auch eine Exkursion, bei der die Wasserqualität von Wächen bestimmt werden kann.

00:12:53: Und jetzt habe ich mich natürlich gefragt, was hatten Sie da persönlich vielleicht einen Favoriten, was Sie besonders toll fanden als Vorschlag?

00:12:59: Also Sie haben es richtig.

00:13:01: gesagt, der Fokus dieser Online-Zeitschrift ist, dass möglichst praxistaugliches Material anderen Lehrkräften zur Verfügung gestellt wird.

00:13:09: Was mich beeindruckt ist, dass Sie haben es erwähnt, die Idee ist, dass das wirklich alles Open Source ist.

00:13:15: Es gibt zum Beispiel einen Beitrag, der befasst sich mit, wie kann man anhand von Wasser flöhnen, die ja auch einfach in den Zoofachhandel zu beziehen sind und wo man dann wirklich auch mit diesen kleinen Krebsen im Unterricht auch sehr gut arbeiten kann.

00:13:30: Wie kann man da entsprechend die Wirkung bestimmter Umweltgifte, Pflanzenschutzmittel nachweisen, ohne dass die am Ende die Tiere tot sind, sondern das einfach von der bestimmten Zeit, wenn die mit diesen Dingen mit einem Herbizid in einer starken Verdünnung exponiert und man beobachtet das Verhalten.

00:13:48: Und wenn man sagt, das möchte ich jetzt in meinem eigenen Unterricht gar nicht tun, ist eben Dieser Beitrag leitet weiter auf eine Internetplattform, wo man solche Versuche, die vielleicht invasiver sind, die man mit Schülerinnen und Schülern nicht selbst durchführen möchte, weil auch vielleicht Schülerinnen und Schüler sich dann schlecht fühlen oder fragen, was passiert denn mit den Wasserflöhnen im Anschluss, wenn sie jetzt ein paar Stunden in dieser... leicht toxischen Umgebung sich aufgehalten haben.

00:14:14: Dann sind eben Videofilme erstellt worden, die aber dann in einem digitalen Experimentierkontext zur Verfügung stehen.

00:14:22: Also man hat wirklich ein sehr, sehr breit gefächetes Angebot, was man über einen so einen Beitrag abrufen kann.

00:14:27: Das gefällt mir persönlich sehr gut.

00:14:31: Ein eigenes Projekt vor einigen Jahren auch gehabt.

00:14:33: Da ging es um diese diese Methode, Chris Bacass, also diese sehr präzise Gen-Schere.

00:14:38: Da hat damals eine Postdoktorandin im Rahmen einer Masterarbeit, einer Masterstudentin, dann die einzelnen Schritte im Labor demonstriert und man kann sich diese Filme anschauen und gleichzeitig auch zusätzlich mit weiteren Material auch mal so ein bisschen diese ethischen Aspekte.

00:14:55: Darauf ich das Gene austauschen.

00:14:58: Bei Lebewesen ist das ethisch vertretbar, ja oder nein, also auch solche Querschnittthemen.

00:15:04: Die sind in einer ganzen Reihe bei diesen biopraktisch Beiträgen doch auch vorhanden.

00:15:10: Einige ihrer letzten Publikationen beschäftigen sich mit dem alarmierenden Artensterben, das wir in Deutschland und weltweit auch gerade erleben.

00:15:20: Sehen Sie in der Biologie-Didaktik vielleicht auch die Pflicht auf diese zerstörerische Lebensweise des Menschen?

00:15:27: hinzuweisen?

00:15:28: In jedem Fall.

00:15:30: Wenn wir jetzt das Beispiel Klimawandel neben gibt es viele Bezüge auch zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, was ja ein sehr sehr großes Konzept ist, was auch viel Fächer übergreifender noch ist als vielleicht nur jetzt das Unterrichtsfachbiologie.

00:15:45: Ich denke auch bei Klimawandel muss man immer die Ursachen auf der einen Seite betrachten und auf der anderen Seite Was sind die Folgen?

00:15:53: Wie merken wir Menschen?

00:15:55: Wie merken wir Menschen unmittelbar?

00:15:57: Und wenn wir uns in unserer Umgebung umschauen, vielleicht mittelbar die Folgen des Klimawandels.

00:16:03: Und ich denke, das ist sicher auch eine Aufgabe von Biologieunterricht, auch in dieser Richtung Schülerinnen und Schüler zu informieren.

00:16:16: Ein Problem, mit dem sich Biologinnen und Biologen weltweit konfrontiert sehen, ist das Artensterben.

00:16:23: Weltweit sind etwa vierzig Prozent der Insektenarten vom Aussterben bedroht.

00:16:28: Dies gefährdet die Stabilität ganzer Ökosysteme.

00:16:31: Wenn Tier- und Pflanzenarten verschwinden, gehen wichtige Funktionen verloren, etwa Bestäubung, Bodenbildung oder die Regulierung von Wasser und Klima.

00:16:42: Am Ende betrifft das direkt auch uns Menschen.

00:16:46: Das Artensterben steht außerdem in einem engen Zusammenhang mit dem Klimawandel.

00:16:51: Steigende Temperaturen Häufigere Extremwetter und veränderte Niederschläge zerstören Lebensräume oder machen sie unbewohnbar.

00:17:00: Gleichzeitig beschleunigt der Verlust von Wäldern, Mohren und anderen artenreichen Lebensräumen den Klimawandel weiter, weil weniger CO² gespeichert wird.

00:17:11: Auch in Deutschland ist die Situation ernst.

00:17:15: Mehr als ein Drittel der heimischen Tier- und Pflanzenarten gilt als bedroht.

00:17:20: Besonders stark betroffen sind Insekten, Amphibien und viele Vogelarten.

00:17:26: Gründe sind intensive Landwirtschaft, Flächenversiegelung, Pestizide und der Klimawandel.

00:17:33: Das zeigt, dass der Schutz der Artenvielfalt nicht nur ein fernes globales Thema ist, sondern direkt vor unserer Haustür beginnt.

00:17:44: Wir haben ja mit dem Einzug von kompetenzorientierten Unterricht so in den letzten zwanzig, zwanzig Jahren auch im Biologieunterricht einen Kompetenzbereich, der heißt Bewertungskompetenz, wo es gerade darum geht, auch anhand guter biologischer Beispiele Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken des eigenen Handelns anzuregen.

00:18:08: Und da ist das sicher ein Thema.

00:18:11: Viele Studien zeigen, wenn man das sehr abstrakt macht, dann ist es so, dass viele natürlich, wenn sie das dann in einer Klausur überprüfen, all diese Faktoren sehr schön auflisten und erklären können, aber diese unmittelbare Natuerfahrung.

00:18:25: Das ist etwas, was man gerade im Biologieunterricht machen kann.

00:18:27: Wir haben ja ein Projekt über mehrere Jahre durchgeführt, Hummeln helfen, reinmeihen.

00:18:32: Da sollten Schülerinnen und Schüler eben nicht nur Hummelarten auf dem Schulgelände bestimmen.

00:18:38: und vielleicht eine Liste erstellen, welche Arten kommen vor, in welchen Individuenzahlen haben wir sie beobachtet, sondern sie sollten auch den eigenen Schulhof hinsichtlich Insektenfreundlichkeit bewerten.

00:18:52: Es wurde im Unterricht erarbeitet, was ist wichtig, um eine hohe Insekten-Diversität auf einem Geländ, auf einem Stück Land zu haben.

00:19:01: Und wie muss das aussehen?

00:19:03: Und dann konnten die Schüler mit dem erarbeiteten Wissen dann den eigenen Schulhof bewerten und vielleicht auch Vorschläge machen, wie mit auch einfachen Maßnahmen dort die Insektendiversität gefördert werden kann.

00:19:18: Daran, anknüpfend, an die Frage eben zu der Pflicht, die Sie in der Biologie-Didaktik sehen, wir haben ja auch schon darüber gesprochen, dass Wissenschaftskommunikation in Ihrer Arbeit sehr zentral ist, aber haben Sie auch den Eindruck, dass Sie mit Ihrer Arbeit Allgemein zum besseren Verständnis des Klimawandels auf unsere Umwelt vermitteln können?

00:19:40: Oder würden Sie sich wünschen, dass Sie dann noch mehr Einfluss haben?

00:19:44: Es ist jetzt vielleicht nicht zwingt die Aufgabe alleine von Biologie, die Daktik sozusagen als die vermittelende Disziplin der Bio-Wissenschaften dafür zu sorgen, dass sie sozusagen... Klimawandel, Biodiversitätskrise mehr Raum in der Öffentlichkeit bekommen.

00:19:58: Das ist eigentlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und es müssten eigentlich auch Menschen, die jetzt in ganz anderen Bereichen der Bio-Wissenschaften tatsächlich forschen, auch sagen.

00:20:09: Ja, ich forsche jetzt hier nicht nur einen bestimmten Komplex, sondern ich habe eine bestimmte Fragestellung, die mich interessiert, sondern sie müssten eigentlich auch mal einen so ein bisschen Schritt zurücktreten und sagen, wie wirkt sich meine Forschung vielleicht auch auf so ein Thema.

00:20:24: am Ende aus.

00:20:24: Also ich glaube, je mehr oder je öfter in der Öffentlichkeit aus den Wissenschaften heraus bestimmte Themen angesprochen werden und je vielfältiger die Menschen sind, die das tun, desto glaubwürdiger ist es vielleicht am Ende.

00:20:40: Wenn ich kritisiere, wie unterfinanziert vielleicht in manchen Teilen Schule ist, dann sagen alle, na ja, der möchte ja mehr Geld für seine Dinge haben.

00:20:49: Wenn aber andere jetzt sagen, ja, wir nehmen das auch so wahr, dann könnten wir nicht mehr Geld in ein bestimmtes Projekt investieren.

00:20:56: Und das hören die, die das am Ende entscheiden aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.

00:21:00: Dann denke ich, ist das sicher wirksamer.

00:21:03: Finden Sie dann, dass die Stimme der Wissenschaft in unserer Gesellschaft und ich spreche jetzt ganz mit Absicht so allgemein.

00:21:11: Finden Sie, dass die Stimme der Wissenschaft dann noch lauter sein sollte in unserer Gesellschaft?

00:21:16: Das ist eine gute Frage.

00:21:19: Wissenschaft ist ja sehr breit gefächert.

00:21:21: Wenn es um spezifische Themen geht, die vielleicht auch von den Inhalten eher eng zu umreisen sind, finde ich, hat gelingt es auch ganz gut.

00:21:31: Also meine Wahrnehmung war immer, dass in der Corona-Pandemie doch auch die Politik sich sehr gut an wissenschaftlichen Studien, an Aussagen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern orientiert hat, sich das nicht nur angehört hat, sondern tatsächlich auch konkrete Vorschläge umgesetzt hat.

00:21:49: Und ich glaube, es gibt ja vielfältige... Möglichkeiten.

00:21:53: Und es passiert ja auch, dass die Leopoldiner als nationale Akademie der Wissenschaften die Berlin Brandenburgische Akademie.

00:22:00: Auch in Mainz gibt es ja eine Akademie für Wissenschaften und Literatur, die ja auch in Projekten mit Ergebnissen sich in den öffentlichen Raum wenden.

00:22:10: Am Ende ist es natürlich immer so, jemand sendet eine Nachricht aus und jemand nimmt sie auf.

00:22:17: Und wenn die Person, die diese Nachricht gehört hat, die Informationen erhalten, hat sie nicht eins zu eins in eigenes Handeln übersetzt, weil sie sagt, das ist komplexer, ist viel schichtiger, als es vielleicht aus Perspektive der Wissenschaft sich darstellt, dann muss man vermutlich als Wissenschaftler und Wissenschaftler auch damit leben.

00:22:37: Also ich finde, persönlich ist Artikulieren sich viele Menschen aus den Wissenschaften und äußern sich zu sehr, sehr vielen Themen.

00:22:45: Und das finde ich eigentlich das mit das Wichtigste, dass man seine Stimme erhebt, wenn der Bedarf da ist.

00:22:52: Wenn man sagt, das ist ein Thema, da müssen wir ansprechen.

00:22:55: Auch so ein Thema wie grüne Gentechnik wird immer wieder auch angesprochen, wenn neue technische Möglichkeiten da sind.

00:23:02: Dass man einfach sagt, ja, ich denke aus einer wissenschaftlichen Perspektive sollte man diese Technik anwenden, weil sie bestimmte Dinge erleichtert, weil sie auch vielleicht am Ende Menschen etwas Gutes zuteil werden lässt, wenn aber in einem politischen Entscheidungsprozess Dinge anders am Ende entschieden werden, dann ist es so.

00:23:22: In einer Demokratie muss man auch akzeptieren, dass die eigene Meinung vielleicht nicht so wertgeschätzt wird wie im Kreis der Kolleginnen und Kollegen.

00:23:30: Ja, da sprechen Sie natürlich, da haben Sie jetzt viele einzelne wichtige Punkte angesprochen.

00:23:35: Was mich jetzt in dieser Frage auch beschäftigt, ist, dass Wir viele Stimmen haben aktuell in unserer Gesellschaft, die sagen, wir haben einen sehr starken Einfluss von Populismus, der eben nicht Fakten basiert ist, sondern eher emotional gesteuert ist, mit Emotionen spielt auch häufig.

00:23:53: Andererseits haben wir, das zeigt ja auch eine Studie von unserem Institut der Publicistik, wir haben eigentlich ein sehr hohes Vertrauen in die Wissenschaft.

00:24:01: in Deutschland, also es gibt keine übergeordnete Institutionen wie die Regierung, die so ein hohes Maß an Vertrauen genießt wie die Wissenschaft, aber doch ist jetzt mein persönlicher Eindruck, ist der Einfluss, den die Wissenschaft dann genießt, ich spreche jetzt wieder so allgemein, doch gar nicht so groß und das verwirrt mich auch auf eine gewisse Art.

00:24:22: Dieses Thema Populismus, das führt natürlich total unwissenschaftlich aus.

00:24:28: Wie kann man so etwas behaupten?

00:24:29: Wer sagt Klimawandel gibt es nicht.

00:24:31: Es guckt euch an.

00:24:32: Der letzte Sommer war verregnet.

00:24:34: Es war gar nicht so heiß wie auch immer, was an Argumente angeführt werden.

00:24:37: Und ich glaube, gut, dass wir das ansprechen, weil das ist gerade Thema in unserem in unserem Bachelor Biologie-Didaktik-Modul, wo wir auch versuchen im Prinzip zu erklären, was dort Biologie unterricht jetzt in dem Fall leisten.

00:24:49: Man kann das aber auch auf jedes andere Fach.

00:24:52: sehr gut übertragen und er soll leisten, dass Schülerinnen und Schüler lernen, bestimmte Informationen, die sie erhalten, aus einer wissenschaftlichen Perspektive zu beurteilen.

00:25:03: Erkennt, was sind Fakten?

00:25:05: Was sind Ergebnisse eines wissenschaftlichen Forschungsprozesses?

00:25:08: Was ist vielleicht auch die Meinung?

00:25:10: Und wie muss ich auch bestimmte Aussagen bewerten?

00:25:13: Wenn ich sage, man kann natürlich sagen, auch in Mainz war es schon deutlich wärmer im Verlauf der Erdgeschichte.

00:25:20: Und deshalb ist es eigentlich eine natürliche Fluktuation.

00:25:23: Und vielleicht ist es ja in fünfhundert Jahren dann wieder sehr, sehr kalt.

00:25:27: Dann kann man natürlich sagen, ich kann mich mit Menschen, die diese Klimaveränderungen... erforschen, austauschen.

00:25:35: Ich kann deren Forschungsergebnisse betrachten und dann die nach einem wissenschaftlichen Vorgehensweise interpretieren und nachvollziehen.

00:25:45: Und ich glaube, wenn mehr Menschen, manchmal also meinen Eindruck, diesen Verlockung des Populismus, ein bisschen mehr den Entgegenstärmen würden, indem sie auch mal Rückfragen stellen und sagen, es wird behauptet, dass Fakten zeigen, aber das ist eben nicht so ist.

00:26:01: Und ich meine, das ist natürlich irgendwo auch das, was es vielleicht dann auch anstrengend macht.

00:26:04: Warum auch manchmal Menschen, die in einer Talkshow als Wissenschaftler oder Wissenschaftler, man ist sehr schnell bei den Fakten.

00:26:11: Man versucht, die Dinge sehr kleinschrittig, kleinteilig zu erklären, zu begründen.

00:26:16: Das ist das, was man vielleicht als Wissenschaftlerin, als Wissenschaftler auch gelernt hat.

00:26:20: Und dann kommt jemand und sagt, nein, das ist gar nicht so.

00:26:23: Schauen Sie sich doch das an.

00:26:25: Ich glaube, wenn man mehr dafür wirbt, sich wirklich mit auf die Details einzulassen, dann ist da auch viel mitgetan.

00:26:34: Und dann ist Wissenschaft sicher auch automatisch hat eine höhere Akzeptanz.

00:26:39: Sie haben jetzt gerade eben schon tatsächlich einen Punkt angesprochen, auf den ich auch noch kommen wollte, nämlich wie effektiv die Wissenschaft dann letztlich ist oder Wissenschaftskommunikation letztlich ist und in der Bevölkerung ankommt.

00:26:52: Was würden Sie dann sagen, vielleicht auch aus Ihrer früheren Perspektive als Wissenschaftsjournalist?

00:26:57: Wo könnte wissenschaftliche Aufklärung, nenn ich jetzt das auch mal, denn noch besser werden, ihre Inhalte zu vermitteln?

00:27:05: Sie haben jetzt gerade schon bei diesem Aspekt dieser Kleinteiligkeit, die dann für manche Zuhörerinnen und Zuhörer zu lange dauert, zu komplex ist.

00:27:13: Was gibt es denn da noch für Alternativen?

00:27:15: Ich denke, es gibt ja schon fast ein Überangebot an Quellen, an Medien, wo man sich über Wissenschaft informieren kann, letztlich... muss man das natürlich immer sagen, aus einer intrinsischen Motivation tun.

00:27:29: Ich interessiere mich für aktuelle Forschungsergebnisse.

00:27:33: Dann haben jahrzehntelang Menschen in den überregionalen Tageszeitungen mitwuchs die Beilage Natur und Technik, Forschung und Technik, wie auch immer sie hießen gelesen, haben sich darauf gefreut.

00:27:43: Da habe ich jetzt auf einer oder zwei Seiten, hat mir jemand die aktuellen Forschungsergebnisse aus allen möglichen Bereichen Natur und Geisteswissen und Kulturwissenschaften übersetzt.

00:27:53: Vielleicht muss man versuchen, Menschen an Orten mit Wissenschaftsinformationen zu erreichen, die bisher noch nicht erschlossen wurden, dass man sagt, man im öffentlichen Raum, man macht auf Bahnhöfen in diesen Werbe-Video-Wenden auch mal etwas.

00:28:13: Es gibt es ab und zu ja so Fakten, historische Daten werden aufgegriffen, dass man, wenn jemand auf die Straßenbahn wartet oder auf den Zug wartet, dass er da auf einmal etwas liest und sagt, Das ist total interessant, habe ich mich gewusst.

00:28:26: Es gibt ja auch Projekte, da wird versucht Naturbildung mit Sportvereinen durchgeführt.

00:28:32: Man möchte das Gelände eines Sportvereins, Fußballplätze usw.

00:28:36: naturnah gestalten und auch das nicht nur tun, sondern gleichzeitig auch informieren.

00:28:42: Also das werden sicher Dinge, dass man nicht sagt, ich mache das siebte Instagram-Programm, TikTok, sondern sich wirklich fragt, was ist eigentlich der übernächste Schritt, wie man Menschen entsprechend erreichen kann.

00:28:54: Daran anknüpfend habe ich auch noch einen letzten Aspekt.

00:28:58: Einer ihrer Arbeitsschwerpunkte ist ja auch Citizen Science.

00:29:02: Was kann ich mir denn darunter vorstellen, auch in Bezug jetzt auf Wissenschaftskommunikation?

00:29:08: Citizen Science ist ja ein Format, das es jetzt auch in Deutschland schon seit vielen Jahren gibt.

00:29:13: Also das englische Begriff bedeutet ja, dass Bürgerinnen und Bürger als Wissenschaftler und Wissenschaftler arbeiten.

00:29:21: Man hat das lange auch in Deutschland dann so als Bürgerwissenschaften übersetzt, was ist natürlich ein bisschen sperrig.

00:29:27: Also Citizen Science bedeutet, dass Menschen, die nicht hauptberuflich sich mit einem bestimmten Thema befassen, dies aber in ihrer Freizeit tun und dabei Forschende unterstützen.

00:29:41: Sehr klassisches Citizen Science Projekte, so jetzt im Bereich Umwelt, Naturschutz sind.

00:29:47: jährliche Vogelzählungen.

00:29:49: Der NABU als großer Naturschutzverband macht zweimal im Jahr solche großen Zählaktionen, Stunde der Wintervögel, Stunde der Gartenvögel.

00:29:57: Da machen dann ein paar hunderttausend Menschen deutschlandweit mit.

00:30:01: Zählenvögel eine Stunde lang stellen diese Daten zur Verfügung und dann hat man einen riesigen Datensatz, den man mit Profi irgendwo Beschäftigten, Biologinnen und Biologen so gar nicht erheben konnte.

00:30:14: Und das ist eigentlich das Spannende, dass auf der einen Seite Menschen Teil eines Forschungsprozesses sind.

00:30:20: Es gibt aber auch Citizen Science Projekte, wo die Öffentlichkeit nicht nur... zur Datenerhebung herangezogen wird, sondern wo man auch sich trifft und gemeinsam Projekte plant.

00:30:33: Warum uns das aus einer biologiedaktischen Perspektive interessiert ist?

00:30:37: Zum Beispiel, wenn Schüler auf dem Schulgelände Hummelarten identifizieren und zählen sollen, wie viele Individuen sind von einer der dunklen Erdhummel auf dem Schulhof beobachtet worden.

00:30:50: Dann sind wir aus federlei Gründen verpflichtet, Hummel sind streng geschützte Insekten, man braucht eine Genehmigung, um sie im schulischen Kontext einzufangen, zu bestimmen, wieder freizulassen.

00:31:02: Und gleichzeitig leitet sich aus dieser Genehmigung ab, dass die Daten der unteren Naturschutzbehörde zur Verfügung gestellt werden sollen.

00:31:10: Und das ist etwas, was Schülerinnen und Schüler dann sehr motiviert hat, wenn man sagt, wir machen das jetzt in eurer Schule nach Möglichkeit nicht nur in diesem Jahr, sondern in den nächsten Jahren oder im letzten Jahr hat auch eine Klasse.

00:31:21: das durchgeführt und wir vergleichen die Daten.

00:31:24: Und eure Daten, die werden jetzt nicht einfach nur auf der Schulhomepage dokumentiert oder in einer Tabelle der Lehren des Lehrers, sondern wir stellen sie im Prinzip der Naturschutzbehörde zur Verfügung, die wiederum diese Daten nutzt, um nächste Planungsschritte abzuleiten.

00:31:42: Man muss vielleicht noch sagen, es gibt ja auch inzwischen sehr gute Apps, die bei bestimmem Helfen gleichzeitig aber auch so eine internationale Forschungs- Community etablieren.

00:31:51: Ein Naturalist, was wir in unserem E-Zweikampus zum Beispiel nutzen.

00:31:55: Da gibt es Menschen, die dann in ihrer Freizeit nicht nur Fachbiologen, Biologen, sondern auch Laien in Anführungszeichen eigentlich Menschen, die sehr, sehr gute Artenkenntnisse haben, dass die das nochmal gegenchecken und auch sagen, diese Art, die als dunkle Erdhungel bestimmt wurde, ist tatsächlich eine.

00:32:13: Und das mit diesen Daten dann eben auch weitergearbeitet wird.

00:32:16: Wir haben für den E-II-Campus auch so ein Projekt angelegt in iNaturalist.

00:32:21: Da kann man reinschauen und Menschen können Insekten, die sie beobachten, dort auch sozusagen hochladen und dann trägt das im Prinzip auch im Laufe der Zeit zu einer Artenliste der Insekten auf dem Campus.

00:32:34: der Johannes Gutenberg-Universität bei.

00:32:37: Und das finde ich wirklich wichtig.

00:32:39: Man sagt inzwischen nicht mehr, es gibt die Plattform gemeinsamen Wissenschaften, die heißt jetzt Mitforschen, die so als zentrale Koordinierung für Deutschland zur Verfügung steht.

00:32:48: Und da gibt es wahnsinnig viele Projekte auch aus ganz anderen Fächern, nicht nur im Bereich der Ökologie.

00:32:56: Das war mein Gespräch mit Professor Daniel Dresmann.

00:32:59: Wissenschaftskommunikation ist ja eigentlich mein täglich Brot, aber ich fand es doch faszinierend, dieses Thema in der Biologie nochmal neu kennenzulernen.

00:33:08: Biologie im Schuleunterricht kann unheimlich bunt und spannend sein.

00:33:12: Und Prof.

00:33:12: Dressmann hat mir gezeigt, dass sich diese Begeisterung auch auf Erwachsene übertragen lässt.

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